Über ZOI-Tirol

ZOI-Tirol - ein kurzer Film über uns: Begleitung für Eltern rund um die Geburt

Seminarzentrum, Praxis

Zum Namen ZOI

Das Wort "ZOI" kommt aus dem Griechischen und bezeichnet damit das "Leben an sich".

Vision

Geburt  eines der elementaren Ereignisse im Leben eines jeden Menschen. Das hat sich seit Hunderttausenden von Jahren nicht verändert. Großen Veränderungen dagegen unterworfen ist die Geburtshilfe - sie war und ist gekoppelt an gesellschaftliche Strömungen und Entwicklungen. Auf ähnliche Weise wird der Umgang mit Baby und Kleinkind in der Frühen Sozialisation seit der Zivilisation laufend den jeweiligen Lebensumständen angepasst.

Das Kind bringt genetisch gespeicherte „Erwartungen“ an das „evolutionäre Modell“ mit auf die Welt. Das heißt, es „erwartet“, dass es bei seiner Mutter eine Milchquelle vorfindet, die ihm jederzeit zur Verfügung steht, dass es getragen und mitgenommen wird, wo immer sich seine Eltern hinbewegen und es „erwartet“, dass es in der Nacht nicht allein ist. Diese Tatsache macht Eltern in unserer Kultur häufig Probleme, besonders dann, wenn sie es selbst nicht so kennen gelernt haben. Gelingt es, Schwierigkeiten oder Krisen im Sinne aller Personen im Familiensystem gut zu lösen, kann dieser Prozess zu einem prägenden Ereignis im Aufbau der Eltern-Kind-Bindung werden. Denn in der Zeit um die Geburt ist nicht nur das Kind, sondern sind auch seine Eltern besonders offen, veränderungsbereit und sensibel. 

Wir sind der Auffassung, dass hier eine große Chance für eine humanere Gesellschaft verborgen liegt. Vielleicht ist es möglich, dass erstmals in der Geschichte menschlicher Kulturen nicht die Gesellschaft das Kind verändert, sondern das Kind die Gesellschaft?

Mission

ZOI bildet Fachpersonen dahingehend aus, dass sie fähig sind, Schwierigkeiten und Krisen im Familiensystem zu erkennen und Familien dabei zu begleiten, diese zu lösen und eine stabile Eltern-Kind-Beziehung aufzubauen.

Entstehungsgeschichte

ZOI wurde 1997 als "Komitee Geburt an der Jahrtausendwende" von 12 Fachleuten, die rund um die Geburt tätig waren, auf Initiative von Bettina Leitner und Ursula Henzinger gegründet. Mathilde Anker, Bettina Anker, Waltraud Brunner, Monika Fritsch, Elisabeth Henzinger, DI Reinhold Obermayr, Erna Suchan, Prim. i.R. Dr. Karl Voigt, Maria Wagner und Claudia Weber schlossen sich an und arbeiteten bis 2000 zusammen. Ziel war, durch verschiedene Veranstaltungen in der Öffentlichkeit auf die nachhaltige Bedeutung des Verlaufes von Schwangerschaft, Geburt und erster Bindungsphase für Mutter, Vater und Kind aufmerksam zu machen. In der Zeit bis zur Jahrtausendwende wurde ersichtlich, dass zwar der Wert der Bindung zwischen Eltern und Kind schon weitgehend im Bewusstsein war, es aber neben kognitiver Aufklärung und Information noch kaum gute bindungsorientierte Wege der Begleitung, Beratung und Therapie gab. Ab 2000 entstand deshalb ein gezieltes Projekt der Vermittlung einer entsprechenden Ausbildung an Fachleute. Nach einem längeren Entscheidungsprozess wurde dafür die „Emotionelle Erste Hilfe (EEH)“ von Thomas Harms ausgesucht. Sie fand bei Fachleuten besonders schnell und nachhaltig Anklang. 2003 entschlossen sich Notburga Egerbacher-Anker, Ursula Henzinger, Bettina Leitner und Erna Suchan, eine „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ für die Ausbildungsarbeit und unser Begleitungsangebot für Eltern und Babys zu gründen, damals noch unter dem Namen „Komitee Geburt an der Jahrtausendwende“. Seit 2012 wird die von Anfang an gemeinnützige Arbeit im Rahmen eines Vereines unter dem Namen „ZOI“ mit Ursula Henzinger als Obfrau weitergeführt.

Entwicklungsgeschichte
  • Im Lauf der letzten zehn Jahre ist die Nachfrage nach unseren Angeboten, vor allem nach EEH, gemeinsam mit dem Ansehen bei Netzwerkpartnern langsam aber kontinuierlich gestiegen. Die Ausbildungsorganisation wird seit 2014 von der angestellten Administratorin Astrid Ellmerer geleistet. Erna Suchan schied 2014 aus dem Team aus, Hans Henzinger kam als Kassier dazu.
  • In der Krisenintervention für Eltern, Babys und Kleinkinder gab es jährlich Steigerungen in der Nachfrage (von einzelnen im Jahr 2003 bis hin zu 800 EEH-Einzelarbeitseinheiten im Jahr 2014), ebenso für die Gruppenarbeit mit Eltern und Babys (von ca. 30 im Jahr 2003  bis hin zu 130 Treffen im Jahr 2014).
  • 2005 versuchten wir, junge Menschen früher mit dem Thema „Bindung“ in Kontakt zu bringen und führten in Tirol das Kindergartenprojekt „B.A.S.E®-Babywatching“ ein, das ab 2007 mit finanzieller Unterstützung der Sparkasse Kufstein immer weitere Kreise zog.
  • Ab 2006 finanzierte die Sparkasse Kufstein das von Bettina Leitner entwickelte Schulprojekt „Vom Mädchen zur Frau“. Das Gruppenangebot wurde über Jahre von fast allen Mädchen der 9. Schulstufe im Bezirk Kufstein (Ausnahme Polytechnischer Lehrgang Kufstein) besucht und bis 2013 durchgeführt.
  • Das Pendant „Vom Burschen zum Mann“ wurde als Pilotprojekt von Prim. Heider begonnen und danach von Mag. Hannes Henzinger mehrere Jahre in kleinem Umfang angeboten.
  • 2012 kam Astrid Ellmerer, zunächst als Praktikantin und Organisatorin unserer ersten ZOI-Fachtagung zu ZOI. Sie beforschte auch die Situation für Frühe Hilfen in Tirol. Ursula Henzinger begann, das Modul "Bindung und Autonomie – Frühe Hilfen auf Basis der EEH" zu entwickeln, Ende des Jahres kam es zu der Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe Kufstein unter Mag. Georg Mitterer und dem Samariterbund unter Gerhard Czappek. Es wurde das Team "Ambulante Familienbegleitung – Schwerpunkt Bindung" gegründet.
  • 2014 kam ins ZOI-Team für die kontinuierliche Begleitung von Eltern und Babys zu Bettina Leitner, Notburga Egerbacher-Anker und Ursula Henzinger eine neue Mitarbeiterin, Sigrid Schnetzer. Mit Hilfe der Stadt Kufstein wurde ein weiterer Raum („Arche“ in den Räumen der evangelischen Kirche in Kufstein) für zusätzliche Gruppenangebote gemietet.
  • ab Herbst 2015 übernahm Sigrid Schnetzer die Gruppenarbeit von Ursula Henzinger ("Bindung und Autonomie"), die hiermit aus der Gruppenarbeit ausschied, die "Arche" ist als zusätzlicher Gruppenraum nicht mehr nötig und Anna Tonia Henzinger kam fallweise für Vorträge ins ZOI
  • ab Frühling 2016 ist der Raum für die Malgruppe, bisher ein Raum der katholischen Kirche in St. Vitus, nicht mehr unentgeltlich zur Verfügung, Sigrid Schnetzer übersiedelt im Mai 2016 mit der Malgruppe in einen Raum des Pfarrhauses Zell
  • ab März 2017 gibt es im BKH Kufstein ein Nachsorge-, bzw. Qualitätssicherungsprojekt mit der EEH-Beraterin Claudia Gruber-Knotz, die alle Frauen nach schwierigen Geburten, bzw. mit psychosozialen Problemen nach der Geburt anruft. Das Projekt wird von der Stadt Kufstein (über ZOI) gefördert und von Andrea Huber-Rass evaluiert
  • im Herbst 2017 wurde zusammen mit dem Psychotherapie-Verein ÖAKBT beim Ministerium ein Curriculum zur Weiterbildung für Psychotherapeuten eingereicht: Säugling-, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie Bindungsbasierte Eltern-Baby/Kleinkind-Körperpsychotherapie und Konzentrative Bewegungstherapie
  • ab Mai 2018 hat ZOI eine ärztliche Leitung: Dr. Elisabeth Oedl-Kletter
  • im Herbst 2018 wird ZOI in Wien einen EEH-Einführungstag anbieten, woraus sich ev. eine Basic Bonding Ausbildung ergibt
Was bietet ZOI an?
  • Aus- und Weiterbildung für Fachleute, die rund um Schwangerschaft, Geburt und frühe Kindheit tätig sind
  • Angebote für die Aus- und Weiterbildung – siehe Website www.ausbildung.zoi-tirol.at
  • Einführungstag „Emotionelle Erste Hilfe“ (EEH)
  • Ausbildung zum „Basic Bonding – Gruppenleiter“ oder EEH-Phase I (insgesamt 21 Seminartage)
  • Ausbildung zum „EEH-Fachberater“ EEH - Phase II, (insgesamt 42 Seminartage und zusätzlich Supervisions- und Selbsterfahrungs-Seminare)
  • Weiterbildung in EEH (ohne Zertifikat)
  • Ausbildung „Bindung und Autonomie - Frühe Hilfen auf Basis der EEH“ (aufbauend auf EEH)
  • Fachtagungen
  • Vorträge
  • Ausbildung zum/r B.A.S.E®-Babywatching-LeiterIn
  • Supervisionsangebote (Seminare für EEH)
  • Reflexionsgespräche (Frühe Hilfen und B.A.S.E®)
Begleitung

Angebote für die Begleitung für Eltern und Kind ab der Schwangerschaft bis zum vierten Lebensjahr des Kindes, siehe Website www.eltern.zoi-tirol.at

  • Krisenintervention – Emotionelle Erste Hilfe für Mutter/Vater und Baby/Kleinkind und Schwangere
  • Gruppenangebote
  • Vorträge für Eltern (regelmäßig und Themenwahl nach Bedarf)
  • Ambulante Familienbegleitung in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe (Kufstein, Innsbruck-Stadt, Innsbruck-Land, Schwaz, Kitzbühel) und dem Samariterbund
  • telefonische EEH-Nachsorge und Information nach Geburten