Über ZOI-Tirol

ZOI-Tirol - ein kurzer Film ĂŒber uns: Begleitung fĂŒr Eltern rund um die Geburt

Seminarzentrum, Praxis

Zum Namen ZOI

Das Wort "ZOI" kommt aus dem Griechischen und bezeichnet damit das "Leben an sich". Die alte MĂŒhle, in der wir unsere Aus- und Weiterbildungen und die UnterstĂŒtzungsangebote fĂŒr Eltern ab der Schwangerschaft bis zum 5. Lebensjahr des Kindes anbieten, ist in Kufstein.

Geburt  ist eines der elementaren Ereignisse im Leben eines jeden Menschen. Das hat sich seit Hunderttausenden von Jahren nicht verĂ€ndert. Großen VerĂ€nderungen dagegen unterworfen ist die Geburtshilfe - sie war und ist gekoppelt an gesellschaftliche Strömungen und Entwicklungen. Auf Ă€hnliche Weise wird der Umgang mit Baby und Kleinkind in der FrĂŒhen Sozialisation seit der Zivilisation laufend den jeweiligen LebensumstĂ€nden angepasst.

Das Kind bringt genetisch gespeicherte „Erwartungen“ an das „evolutionĂ€re Modell“ mit auf die Welt. Das heißt, es „erwartet“, dass es bei seiner Mutter eine Milchquelle vorfindet, die ihm jederzeit zur VerfĂŒgung steht, dass es getragen und mitgenommen wird, wo immer sich seine Eltern hinbewegen und es „erwartet“, dass es in der Nacht nicht allein ist. Diese Tatsache macht Eltern in unserer Kultur hĂ€ufig Probleme, besonders dann, wenn sie es selbst nicht so kennen gelernt haben. Gelingt es, Schwierigkeiten oder Krisen im Sinne aller Personen im Familiensystem gut zu lösen, kann dieser Prozess zu einem prĂ€genden Ereignis im Aufbau der Eltern-Kind-Bindung werden. 

Wir sind der Auffassung, dass hier eine große Chance fĂŒr eine humanere Gesellschaft verborgen liegt. Vielleicht ist es möglich, dass erstmals in der Geschichte menschlicher Kulturen nicht die Gesellschaft das Kind verĂ€ndert, sondern das Kind die Gesellschaft?

Vision

ZOI wird österreichweit als Experte fĂŒr Bindungsthemen rund um Schwangerschaft, Geburt und frĂŒhe Kindheit wahrgenommen. 

Mission

ZOI wendet sich mit berufsbegleitenden Aus- und Weiterbildungsangeboten fĂŒr Bindungsförderung, Krisenintervention und FrĂŒhe Hilfen an Fachpersonen, die rund um Schwangerschaft, Geburt und frĂŒhe Kindheit tĂ€tig sind. Zentrale Anliegen sind einerseits Schutz und Förderung schon vorhandener Ressourcen von Eltern und Kind und andererseits effiziente UnterstĂŒtzung in Krisen und durch herausfordernde Zeiten hinweg. Gelingt es, Irritationen und Schwierigkeiten möglichst frĂŒhzeitig gut zu lösen, kann dieser Prozess zu einem fundamentalen Bindungsereignis fĂŒr Eltern/Bezugspersonen und Kind werden. 

Entstehungsgeschichte

ZOI wurde 1997 als "Komitee Geburt an der Jahrtausendwende" von 12 Fachleuten, die rund um die Geburt tĂ€tig waren, auf Initiative von Bettina Leitner und Ursula Henzinger gegrĂŒndet. Mathilde Anker, Bettina Anker, Waltraud Brunner, Monika Fritsch, Elisabeth Henzinger, DI Reinhold Obermayr, Erna Suchan, Prim. i.R. Dr. Karl Voigt, Maria Wagner und Claudia Weber schlossen sich an und arbeiteten bis 2000 zusammen. Ziel war, durch verschiedene Veranstaltungen in der Öffentlichkeit auf die nachhaltige Bedeutung des Verlaufes von Schwangerschaft, Geburt und erster Bindungsphase fĂŒr Mutter, Vater und Kind aufmerksam zu machen. In der Zeit bis zur Jahrtausendwende wurde ersichtlich, dass zwar der Wert der Bindung zwischen Eltern und Kind schon weitgehend im Bewusstsein war, es aber neben kognitiver AufklĂ€rung und Information noch kaum gute bindungsorientierte Wege der Begleitung, Beratung und Therapie gab. Ab 2000 entstand deshalb ein gezieltes Projekt der Vermittlung einer entsprechenden Ausbildung an Fachleute. Nach einem lĂ€ngeren Entscheidungsprozess wurde dafĂŒr die „Emotionelle Erste Hilfe (EEH)“ von Thomas Harms ausgesucht. Sie fand bei Fachleuten besonders schnell und nachhaltig Anklang. 2003 entschlossen sich Notburga Egerbacher-Anker, Ursula Henzinger, Bettina Leitner und Erna Suchan, eine „Gesellschaft bĂŒrgerlichen Rechts“ fĂŒr die Ausbildungsarbeit und unser Begleitungsangebot fĂŒr Eltern und Babys zu grĂŒnden, damals noch unter dem Namen „Komitee Geburt an der Jahrtausendwende“. Seit 2012 wird die von Anfang an gemeinnĂŒtzige Arbeit im Rahmen eines Vereines unter dem Namen „ZOI“ mit Ursula Henzinger als Obfrau und Notburga Egerbacher-Anker als Obfrau-Stellvertreterin weitergefĂŒhrt. Zum Team gehören heute Notburga Egerbacher-Anker als Ausbildungsleiterin fĂŒr EEH und Psychotherapeutin, Astrid Ellmerer und Verena Sieberer-Henzinger fĂŒr die Administration und als Hebamme, Sigrid Schnetzer als Leiterin von ZOI-Eltern, als Gruppenleiterin und EEH-Fachberaterin, Claudia Gruber-Knotz fĂŒr "FrĂŒhe Hilfen - QualitĂ€ts- und Nachsorgeprojekt BKH Kufstein", als Gruppenleiterin und EEH-Fachberaterin, Andrea Huber-Rass (Evaluation), Anna Henzinger (Elternarbeit) und Florentine Bernard (Marketing), außerdem Mechthild Deyringer (EEH-Ausbildungsleiterin), Elisabeth Oedl (Ă€rztliche Leitung) und Hans Henzinger (Kassier und Webmaster).

Entwicklungsgeschichte
  • Im Lauf der letzten zehn Jahre ist die Nachfrage nach unseren Angeboten, vor allem nach EEH, gemeinsam mit dem Ansehen bei Netzwerkpartnern langsam aber kontinuierlich gestiegen. Die Ausbildungsorganisation wird seit 2014 von der angestellten Administratorin Astrid Ellmerer geleistet. Erna Suchan schied 2014 aus dem Team aus, Hans Henzinger kam als Kassier dazu.
  • In der Krisenintervention fĂŒr Eltern, Babys und Kleinkinder gab es jĂ€hrlich Steigerungen in der Nachfrage (von einzelnen im Jahr 2003 bis hin zu 800 EEH-Einzelarbeitseinheiten im Jahr 2014), ebenso fĂŒr die Gruppenarbeit mit Eltern und Babys (von ca. 30 im Jahr 2003  bis hin zu 130 Treffen im Jahr 2014).
  • 2005 versuchten wir, junge Menschen frĂŒher mit dem Thema „Bindung“ in Kontakt zu bringen und fĂŒhrten in Tirol das Kindergartenprojekt „B.A.S.EÂź-Babywatching“ ein, das ab 2007 mit finanzieller UnterstĂŒtzung der Sparkasse Kufstein immer weitere Kreise zog.
  • Ab 2006 finanzierte die Sparkasse Kufstein das von Bettina Leitner entwickelte Schulprojekt „Vom MĂ€dchen zur Frau“. Das Gruppenangebot wurde ĂŒber Jahre von fast allen MĂ€dchen der 9. Schulstufe im Bezirk Kufstein (Ausnahme Polytechnischer Lehrgang Kufstein) besucht und bis 2013 durchgefĂŒhrt.
  • Das Pendant „Vom Burschen zum Mann“ wurde als Pilotprojekt von Prim. Heider begonnen und danach von Mag. Hannes Henzinger mehrere Jahre in kleinem Umfang angeboten.
  • 2012 kam Astrid Ellmerer, zunĂ€chst als Praktikantin und Organisatorin unserer ersten ZOI-Fachtagung zu ZOI. Sie beforschte auch die Situation fĂŒr FrĂŒhe Hilfen in Tirol. Ursula Henzinger begann, das Modul "Bindung und Autonomie – FrĂŒhe Hilfen auf Basis der EEH" zu entwickeln, Ende des Jahres kam es zu der Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe Kufstein unter Mag. Georg Mitterer und dem Samariterbund unter Gerhard Czappek. Es wurde das Team "Ambulante Familienbegleitung – Schwerpunkt Bindung" gegrĂŒndet.
  • 2014 kam ins ZOI-Team fĂŒr die kontinuierliche Begleitung von Eltern und Babys zu Bettina Leitner, Notburga Egerbacher-Anker und Ursula Henzinger eine neue Mitarbeiterin, Sigrid Schnetzer. Mit Hilfe der Stadt Kufstein wurde ein weiterer Raum („Arche“ in den RĂ€umen der evangelischen Kirche in Kufstein) fĂŒr zusĂ€tzliche Gruppenangebote gemietet.
  • ab Herbst 2015 ĂŒbernahm Sigrid Schnetzer die Gruppenarbeit von Ursula Henzinger ("Bindung und Autonomie"), die hiermit aus der Gruppenarbeit ausschied, die "Arche" ist als zusĂ€tzlicher Gruppenraum nicht mehr nötig und Anna Tonia Henzinger kam fallweise fĂŒr VortrĂ€ge ins ZOI
  • ab FrĂŒhling 2016 ist der Raum fĂŒr die Malgruppe, bisher ein Raum der katholischen Kirche in St. Vitus, nicht mehr unentgeltlich zur VerfĂŒgung, Sigrid Schnetzer ĂŒbersiedelt im Mai 2016 mit der Malgruppe in einen Raum des Pfarrhauses Zell
  • ab MĂ€rz 2017 gibt es im BKH Kufstein ein Nachsorge-, bzw. QualitĂ€tssicherungsprojekt mit der EEH-Beraterin Claudia Gruber-Knotz, die alle Frauen nach schwierigen Geburten, bzw. mit psychosozialen Problemen nach der Geburt anruft. Das Projekt wird von der Stadt Kufstein (ĂŒber ZOI) gefördert und von Andrea Huber-Rass evaluiert
  • im Herbst 2017 wurde zusammen mit dem Psychotherapie-Verein ÖAKBT beim Ministerium ein Curriculum zur Weiterbildung fĂŒr Psychotherapeuten eingereicht: SĂ€ugling-, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie Bindungsbasierte Eltern-Baby/Kleinkind-Körperpsychotherapie und Konzentrative Bewegungstherapie
  • ab Mai 2018 hat ZOI eine Ă€rztliche Leitung: Dr. Elisabeth Oedl-Kletter
  • ab Herbst 2018 bietet ZOI auch in Wien EEH-Ausbildungen an
Was bietet ZOI an?
  • Aus- und Weiterbildung fĂŒr Fachleute, die rund um Schwangerschaft, Geburt und frĂŒhe Kindheit tĂ€tig sind
  • Angebote fĂŒr die Aus- und Weiterbildung – siehe Website www.ausbildung.zoi-tirol.at
  • EinfĂŒhrungstag „Emotionelle Erste Hilfe“ (EEH)
  • Ausbildung zum „Basic Bonding – Gruppenleiter“ oder EEH-Phase I (insgesamt 21 Seminartage)
  • Ausbildung zum „EEH-Fachberater“ EEH - Phase II, (insgesamt 42 Seminartage und zusĂ€tzlich Supervisions- und Selbsterfahrungs-Seminare)
  • Weiterbildung in EEH (ohne Zertifikat)
  • „Bindung und Autonomie - Weiterbildung fĂŒr FrĂŒhe Hilfen“ 
  • Fachtagungen
  • VortrĂ€ge
  • Training zum/r B.A.S.EÂź-Babywatching-LeiterIn
  • Supervisionsangebote (Seminare fĂŒr EEH)
  • ReflexionsgesprĂ€che (FrĂŒhe Hilfen und B.A.S.EÂź)
Begleitung

Angebote fĂŒr die Begleitung fĂŒr Eltern und Kind ab der Schwangerschaft bis zum vierten Lebensjahr des Kindes, siehe Website www.eltern.zoi-tirol.at

  • Krisenintervention – Emotionelle Erste Hilfe fĂŒr Mutter/Vater und Baby/Kleinkind und Schwangere
  • Gruppenangebote
  • VortrĂ€ge fĂŒr Eltern (regelmĂ€ĂŸig und Themenwahl nach Bedarf)
  • Ambulante Familienbegleitung in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe (Kufstein, Innsbruck-Stadt, Innsbruck-Land, Schwaz, KitzbĂŒhel) und dem Samariterbund
  • telefonische EEH-Nachsorge und Information nach Geburten